Hat das „Schul-Homeoffice“ bestanden?

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus müssen Schüler auch in Wildeshausen zuhause bleiben. Ihr Fazit für das „Homeoffice“ fällt gemischt aus.

Wildeshausen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind Schülerinnen und Schüler noch vor Beginn der Osterferien nach Hause geschickt worden. Von Lehrkräften aufgetragene Aufgaben mussten sie von dort aus erledigen. Wie bewerten Wildeshauser Schüler das „Schul-Homeoffice“?

Verena Sieling, 18.04.2020

Lukas Henkensiefken

„Man kann sich die Zeit selbst einteilen, länger schlafen und vernünftig frühstücken“, sagt der 14-Jährige. Er besucht die achte Klasse des Gymnasiums Wildeshausen. Unter anderem bemängelt er aber, dass der Kontakt zu Lehrern lediglich über E-Mail-Verkehr läuft. Der „Zwang“ wie in der Schule sei nicht da, die Selbsterarbeitung zudem zeitaufwendiger. Eine Voraussetzung sei, dass „Iserv“, das interne Kommunikationssystem der Schule, richtig genutzt werde. „Dies hat bei mir sehr gut funktioniert, bei meinem Bruder hatten einige Lehrer damit Probleme.“ Obwohl er sehr gut zuhause arbeiten könne, wäre es für ihn in Ordnung, wieder zur Schule zu gehen. „Zumal der Unterricht in der ganzen Klasse etwas ganz anderes ist als alleine zu Hause zu arbeiten.“ Und auch, wenn in den Osterferien, die seit Mittwoch zu Ende sind, keine Reisen möglich waren: Durch die fehlenden Schulaufgaben seien immerhin Feriengefühle aufgekommen.

Alexandra Oetjen

Dass einige Aufgaben sehr zeitaufwendig gewesen seien, sagt auch die 18-jährige Schülerin des Wildeshauser Gymnasiums. Das, was in der Schule für gewöhnlich mündlich bearbeitet wurde, hat nun schriftlich beantwortet werden müssen – dies koste mehr Zeit. „Zudem schafft man es durch die Corona-Krise nicht, alles vom Lehrplan abzuarbeiten, das führt dazu, dass man teilweise abiturrelevanten Stoff nicht so ausführlich macht.“ Auch, wenn der Lehrer nicht sofort Rede und Antwort stehen konnte: Wichtige Fragen konnten die Schüler über „Iserv“ stellen. „Über Iserv wurden auch die Aufgaben mit Abgabetermin gestellt. Das hat gut funktioniert, denn man konnte mit dem Handy ein Foto von seiner Lösung machen und direkt abschicken.“ Und auch, wenn Alexandra das „Schul-Homeoffice“ als eine gute Zwischenlösung ansieht, würde sie am liebsten wieder „normal zur Schule gehen“. Lediglich die wegfallenden Schulaufgaben sorgten bei ihr für ein bisschen Feriengefühle.

Katharina Kramer

„Wir sind auf jeden Fall bislang gut mit Aufgaben versorgt worden und hatten durchaus jeden Tag fast wie in der Schule zu tun“, sagt die 18-Jährige, die ebenfalls das Wildeshauser Gymnasium besucht. „Generell hat es Spaß gemacht, von zuhause aus zu arbeiten, da man sich den Stoff selbst einteilen konnte und Selbstdisziplin geübt hat.“ Natürlich sei das „Home-Schooling“ entspannter. „Aber ich gehe auch gerne direkt zur Schule, wo ich meine Freunde treffe und im Unterricht den direkten Draht zu Lehrern und Mitschülern habe.“ Feriengefühle kamen bei ihr nicht so recht auf. „Leider fällt auch vieles aus, was ich eigentlich in den Ferien gemacht hätte, wie zum Beispiel ein Besuch bei meinen Verwandten in Münster oder ein Kurztrip mit meiner Schwester nach Lübeck.“ So wie Lukas und Alexandra ist auch Katharina der Meinung, dass man während der Corona-Krise nichts riskieren sollte. Und dennoch würde sie gerne wieder zur Schule gehen.