Digitalpakt für Ganderkeseer Schulen

„Die Kreidezeit geht zu Ende“

Die acht Schulen in Trägerschaft der Gemeinde Ganderkesee erhalten vom Land Niedersachsen in den kommenden vier Jahren rund 873 000 Euro zum Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Von Jochen Brünner


Symbolbild. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Gemeinde Ganderkesee als Schulträgerin für sechs Grundschulen sowie zweier Oberschulen kann in den kommenden vier Jahren Fördermittel in Höhe von insgesamt 873 105 Euro aus dem sogenannten „Digitalpakt“ beim Land Niedersachsen abrufen. Das Geld dient nach Mitteilung der Gemeindeverwaltung dazu, die IT-Infrastruktur an den Schulen zu verbessern – vom Ausbau des WLAN-Netzes bis hin zur Anschaffung von Endgeräten.

„Die Kreidezeit geht zu Ende“, kommentierte Bürgermeisterin Alice Gerken angesichts der Entwicklung. Der Übergang von den Kreidetafeln zu digitalen Lehrtafeln sei zwar ein sichtbares Zeichen für den Wechsel zu digitalen Lehrmethoden, aber nur ein Aspekt der Ausstattung der Schulen mit digitaler Infrastruktur. So ist die Rathaus-Chefin dann auch hocherfreut, dass bereits in diesem Haushaltsjahr 75 000 Euro abgerufen werden können. „Unsere Schulen haben ausgezeichnete Vorarbeit geleistet. Das Medienentwicklungskonzept liegt vor, sodass wir sofort mit der Umsetzung starten können“, erklärte Gerken.

Nach gut einem Jahr Vorbereitung hatten die Einrichtungen das Konzept bereits im Frühjahr vorgelegt. Damit sei die Gemeinde Ganderkesee perfekt gerüstet. „Der Schwerpunkt der Umsetzung wird auf der Installation der notwendigen technischen Ausstattung der Gebäude insbesondere mit digitalen Anzeige- und Interaktionsgeräten liegen“, kündigt Sieglinde Jahn, Fachdienstleiterin Schulen, an. Weitere Aspekte seien schnelles und sicheres WLAN sowie das Schulnetzwerk iServ. „Es ist unser Ziel, alle acht Schulen in gemeindlicher Trägerschaft auf den gleichen Stand zu bringen, damit alle Schüler in gleicher Weise an den digitalen Lehrmethoden teilhaben können“, gibt Jahn die Richtung vor.

Fest steht schon jetzt, dass jede Schule einen Grundbetrag in Höhe von 30 000 Euro erhalten wird. Abhängig von der Schülerzahl kommen weitere Mittel hinzu. Einzige Ausnahme ist die Grundschule Habbrügge, die aufgrund der etwas geringeren Schülerschaft 29 000 Euro erhalten wird. Aufgrund von Sanierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren hat die Verwaltung in einigen Schulen bereits Vorarbeiten geleistet. So sind etwa in den Grundschulen Dürerstraße und Bookholzberg schon mal die nötigen Leitungen verlegt worden. In der Grundschule Habbrügge ist WLAN bereits im gesamten Schulgebäude verfügbar. Und auch die Oberschulen seien über sogenannte Accesspoints bereits gut angebunden, teilt die Verwaltung weiter mit.

Für die Schulen, deren Träger nicht die Gemeinde, sondern der Landkreis Oldenburg ist, stehen für die nächsten vier Jahre weitere drei Millionen Euro aus dem Digitalpakt zur Verfügung. In der Gemeinde Ganderkesee sind das die Schule am Habbrügger Weg sowie das Gymnasium. Nach dem errechneten Verteilungsschlüssel, der in der vergangenen Woche auch Thema im Schul- und Kulturausschuss des Landkreises war, erhält das Gymnasium Ganderkesee aufgrund der vielen Schüler rund 510 000 Euro. Die Schule am Habbrügger Weg kann demnach mit 86 200 Euro planen.

Nach Darstellung der Kreisverwaltung können mit dem Geld unter anderem Maßnahmen zum Ausbau des schulischen Netzwerkes (LAN – keine Serverlösungen), die Einrichtung beziehungsweise der Ausbau des schulischen WLAN, die Weiterentwicklung digitaler Lehr- und Lerninfrastrukturen (etwa Lernplattformen – iServ), Anzeige- und Interaktionsgeräte wie interaktive Tafeln, digitale Arbeitsgeräte (insbesondere in MINT-Fächern oder für die berufliche Ausbildung) sowie mobile Endgeräte (Tablets, Notebooks, Laptops) gefördert werden. Letzteres bedingt jedoch eine ausreichende Infrastruktur und ein entsprechendes Konzept und ist auf maximal 25 000 Euro je Schule begrenzt.

Der Ausschuss für Schulen, Jugend und Sport tagt das nächste Mal am 20. November. In dieser Sitzung will die Verwaltung die kontrete Verwendung der Mittel aus dem Digitalpakt in einem umfassenden Bericht noch einmal im Detail vorstellen.

Delmenhorster Kurier, 22.09.2019