Weniger programmieren, mehr organisieren

Aufgaben planen und verteilen ist eine der Hauptaufgaben von Mario Lipinski beim Braunschweiger IT-Unternehmen IServ. Der 34-Jährige arbeitet dort als Leiter der Softwareentwicklungsabteilung und ist für rund 15 Mitarbeiter verantwortlich.

Von Bundesagentur für Arbeit

Schon in der Grundschule war Mario Lipinski von Computern fasziniert. Mit 14 Jahren fing er an, sich das Programmieren beizubringen und betreute das Rechnernetz seiner Schule. Daher war das Informatikstudium an der Technischen Universität Braunschweig der folgerichtige Schritt auf dem Weg zu seinem Wunschberuf.

Nach seinem Diplomabschluss verbrachte Mario Lipinski zunächst ein paar Semester an der University of California, Berkeley in den USA, um dort zu forschen. „Aber ich merkte bald, dass ich doch lieber praktisch arbeiten wollte“, erinnert sich der heute 34-Jährige. Auf einer privaten Feier kam er mit dem Gründer des Braunschweiger Softwareunternehmens IServ ins Gespräch, der ihm aufgrund seiner Erfahrung mit Schul-Rechnernetzen eine Stelle als Softwareentwickler anbot. Seitdem programmiert der Diplom-Informatiker Systeme für die Server, die das Unternehmen für Schulen entwickelt. Mit den Servern haben Schüler und Lehrer jederzeit Zugriff auf alle wichtigen Informationen für den Schulalltag.

„Kein Tag ist wie der andere“


Mario Lipinski Foto: privat

„Anfangs waren wir nur drei, vier Softwareentwickler“, erzählt Mario Lipinski. „Als dann die Firma schnell größer wurde, brauchten wir Abteilungsleiter.“ Vor einem Jahr übernahm der Informatiker deshalb zusammen mit zwei Kollegen die Leitung der Entwicklungsabteilung. „Am Anfang meiner Zeit im Unternehmen bin ich viel am Computer gesessen und habe mich mit Softwareentwicklung beschäftigt. Nun haben sich meine Aufgaben verändert, und das Entwickeln ist eher in den Hintergrund gerückt“, erklärt der IT-Leiter.

Mario Lipinski entwickelt Konzepte für die Komponenten, die künftig auf den Servern zur Verfügung stehen sollen. Er plant die Aufgaben für seine Mitarbeiter und verteilt diese auf das 15-köpfige Team. Nach Fertigstellung einer Softwareanwendung kontrolliert er deren Qualität und gibt sie anschließend für den Kunden frei. „Hinzu kommen zahlreiche Besprechungen, sowohl mit der eigenen Abteilung, aber auch mit Kollegen aus dem Marketing, dem Vertrieb und dem Support sowie mit externen Partnern, mit denen wir zusammenarbeiten.“ An manchen Tagen ist der IT-Manager fast nur in Besprechungen unterwegs, an anderen sitzt er wiederum viel am Schreibtisch oder steht für Rückfragen seiner Mitarbeiter zur Verfügung. „Kein Tag ist wie der andere“, so der Informatiker. Und wenn dann mal Zeit ist, beschäftigt er sich selbst auch noch mit dem Programmieren.

„Was man in jungen Jahren lernt, ist bald schon wieder überholt“

Um eine IT-Abteilung zu leiten, sollte man breit aufgestellt sein und einen guten Überblick über die Aufgaben der Mitarbeiter haben. „Nur so kann man nachvollziehen, woran sie arbeiten und wie man sie dabei unterstützen kann.“ Vorherige Praxiserfahrung ist also ein Muss. Außerdem ist Organisationstalent hilfreich, „und man muss offen dafür sein, dass die Mitarbeiter unter Umständen auch mal anders an eine Aufgabe herangehen, als man es selbst vielleicht getan hätte“.

Das theoretische Studium hat ihn nur bedingt auf seine heutigen Aufgaben vorbereitet, berichtet Mario Lipinski. „Viel wichtiger sind die Erfahrungen, die man sich in der Praxis aneignet.“ Vor allem das Programmieren von Hobbyprojekten habe ihm damals geholfen, die Materie zu verstehen. Sein Tipp an angehende Informatiker lautet deshalb: „Man muss Interesse an IT-Themen und an der Programmierung haben und sich ständig weiterbilden. Was man in jungen Jahren lernt, ist bald schon wieder überholt.“ Genau diese schnelle Weiterentwicklung macht die IT-Branche so spannend.

Bundesagentur für Arbeit, 16.07.2018