2017-03.30-LZ

Von der Insel- zur Einheitslösung

13 kreiseigene Schulen laufen über ein IT-System - das macht vieles einfacher

ap

Lüneburg. Einen Beamer reservieren, den Computerraum buchen, allen Schülern aus der Klasse 6a eine Mail schreiben, Dateien hochladen – all diese Funktionen laufen an den Schulen, für die der Landkreis Lüneburg zuständig ist, jetzt über „IServ“. Mithilfe dieses neuen Servers können Schüler und Lehrer auch von zu Hause aus über einen kontrollierten Internetzugang Informationen austauschen und miteinander kommunizieren.

Das Schulzentrum Oedeme hat der IT-Service des Landkreises als eine der letzten Schulen ans Netz angeschlossen, insgesamt fallen 13 weiterführende Schule unter die Zuständigkeit des Kreises. Offiziell eingeführt werden soll IServ in Oedeme erst zum 1. Juli, das wurde jetzt auf einer Gesamtkonferenz beschlossen. Üben können Lehrer und Schüler aber schon jetzt.

An jeder Schule betreuen zwei Administratoren das Projekt, sie können auch ihre Kollegen ausbilden und Fragen beantworten. Wulf Kiecksee unterrichtet Mathe und Physik am Gymnasium Oedeme, er ist bestens vertraut mit IServ, hat die Umrüstung zum Jahreswechsel mitbegleitet. Beim Landkreis ist seit rund zehn Jahren André Meier für die Schulsysteme zuständig, 2015 wurde eine 2. Vollzeit-Stelle geschaffen. Die Fachinformatiker haben die Kollaborationsplattform installiert, somit die Infrastruktur unter den verschiedenen Schulen vereinheitlicht. „Vorher war das ein großer Wildwuchs, es gab nur Insellösungen“, sagt Meier.

Bei PC-Problemen und Wartungen werden die Schulen jetzt vom IT-Service unterstützt, vieles können sie aber auch selbst erledigen. Kiecksee: „Wenn man früher etwas am System ändern wollte, musste man das per Hand an jedem einzelnen PC machen.“ Bei rund 100 Computern eine Tagesbeschäftigung. Heute braucht es dafür wenige Klicks.

Mit ebenso wenig Aufwand kann ein Lehrer jetzt auch alle Schüler einer Klasse kontaktieren, per Mail oder in einem Forum. Er kann ihnen Dateien zur Verfügung stellen, Abgaben digital regeln. „Und die Schüler können nicht mehr die Ausrede benutzen, dass sie ihren USB-Stick mit den Hausaufgaben vergessen haben. Die Datei liegt auf dem Server, jederzeit abrufbar.“

Auch die Zeiten von unübersichtlichen Vertretungsplänen und Verleihlisten haben ein Ende, ein- und austragen kann sich ein jeder Lehrer jetzt online. „Früher musste man über die Straße zur Hanseschule laufen, schauen ob ein Medienwagen frei ist“, sagt Wulf Kiecksee.

Und wenn ein Schüler im Computerraum mal aus der Reihe tanzt, kann der Lehrer den Internetzugriff oder gar den Bildschirm sperren – von seinem eigenen PC aus. „Das ist praktisch, wenn die Schüler etwas schreiben sollen, ohne bei Wikipedia zu spicken.“ Ebenso praktisch ist ein Modul, welches ermöglicht, dass mehrere Schüler gleichzeitig an einem Text schreiben können. „Es wird automatisch durch Farben markiert, wer was geschrieben hat.“

Mit der allgegenwärtigen Info-Wolke müssen sich erst einmal alle 124 Kollegen vertraut machen, damit sie bald alle 1400 Schüler einweisen können. Sechs Termine hat Kiecksee gemeinsam mit einem Kollegen angeboten. „Selbst die, die wenig Umgang mit Computern haben, sind gut zurechtgekommen“, bilanziert er. Für ihn sei nicht nur die Arbeit am PC, sondern auch ein solches System eine Notwendigkeit. „Man muss schließlich digitale Medien an Schulen voranbringen und Schüler medienpädagogisch ausbilden.“

Stadt noch in der Prüf-Phase

Die Hansestadt arbeitet bereits seit 2009 in allen Schulen mit der einheitlichen pädagogischen Plattform „INiS“. Von Sprecher Daniel Gritz heißt es, dass man zurzeit wegen neuer Entwicklungen und Anforderungen einen Wechsel zur Plattform „IServ“ prüft. Die Arbeitsgruppe „EDV in Schulen“, die aus Mitgliedern der Politik, Vertretern der Schulen sowie Stadteltern- und Schülerrat besteht, befasst sich damit.

Landeszeitung für die Lüneburger Heide, 30.03.2017, S. 4