Neue Wege in der digitalen Welt

Vorreiterrolle System IServ gestern am Gymnasium vorgestellt / Schüler, Lehrer, Eltern und Verwaltung sind eingebunden

Von Lauterbacher Anzeiger


Schulleiterin Gitta Holloch gemeinsam mit Jörg Ludwig, Geschäftsführer der IServ GmbH, Thorsten Auth von der Geschäftsleitung bytewerk und Oberstufenschüler David Frank (von links). Foto: Lenz

Lauterbach. (bl). Das Lauterbacher Alexander-von-Humbold-Gymnasium geht völlig neue Kommunikationswege und hat bei der digitalen Vernetzung eine Vorreiterrolle für die Schulen im gesamten osthessischen Raum übernommen: Gestern wurde das System IServ vorgestellt, das alle Mitglieder der Schulgemeinde aktiv in Verfahrensabläufe einbezieht. Zusammen mit einem neuen Server und einem neu installierten W-Lan-Netz hat das Gymnasium aus seinem Schulbudget rund 8000 Euro investiert; die Software selbst kostet für die rund 950 Schüler knapp 1000 Euro pro Jahr.

Stolz präsentierte Schulleiterin Gitta Holloch am Freitagvormittag IServ, das seit den Sommerferien benutzt wird. Jeder Schüler hat eine eigene E-Mail-Adresse erhalten, über die er in dem System kommunizieren kann. Bei den Jüngeren haben parallel die Eltern das Passwort bekommen und teilen es sich mit den Kindern.

Die Schule hatte laut Holloch zunächst Kontakt zu bytewerk (Fulda) aufgenommen, das wiederum Vertriebs- und Servicepartner für das Unternehmen IServ (Braunschweig) ist. „Wir versprechen uns einen pädagogischen Zugewinn, denn nun können gerade jüngere Schüler miteinander kommunizieren, ohne soziale Netzwerke nutzen zu müssen. Mobbing und Missbrauch sind somit ausgeschlossen“, so Holloch. Die Schüler haben von Zuhause aus Zugriff aus Unterrichts- und Übungsmaterialien, zudem werde der Wissensaustausch untereinander gefördert. Die Kommunikationsplattform bietet zudem die Möglichkeit, öffentlich einen Kalender zu führen, Klassenarbeiten zu planen und zu terminieren und Arbeitsaufträge zu übermitteln.

„Denoch wollen wir keine gläserne Schule und keine gläsernen Lehrer“, stellte AvH-Studiendirektor Joachim Gerking fest – ebensowenig wie eine Kommunikation rund um die Uhr und eine permanente Erreichbarkeit von Schülern und Lehrern. Vielmehr gehe die Schule mit IServ einen Schritt weiter hin zu einem vertrauensvollen Miteinander und zu Transparenz.

Berthold Habermehl von der Schulverwaltung des Kreises sprach die gute technische Ausstattung der Schule im Vogelsberg an: Das AvH beispielsweise verfüge über 45 digitale Tafeln, 44 PCs in Computerräumen und Verwaltung, 37 Laptops, drei Drucker und über vielfältige Software. Mit dem neuen IServ werde auch die Papierflut bei der Kommunikation mit den Eltern eingeschränkt und zudem die IT-Kompetenz gerade der jüngeren Schüler gestärkt. Er sei froh, dass das Gymnasium dieses wichtigen Schritt gegangen sei. Es solle versucht werden, die Erfahrungen dann auch an andere Schulen weiterzugeben.

Lauterbacher Anzeiger, 13.10.2014