Iserv statt Facebook und E-Mails

Da soll doch mal einer sagen, Behörden-Mühlen mahlen langsam: Erst im vergangenen Dezember fiel die Entscheidung, an allen Landkreis-Schulen ein schulinternes, elektronisches Kommunikationsnetz zu installieren. Und schon heute funktioniert dieses System an vielen Schulstandorten. Das Gymnasium Walsrode war in diesen Tagen die 1000. Schule in Niedersachsen, die mit „Iserv“ ausgestattet wurde. Deshalb dankte Schulleiter Johannes Klapper insbesondere dem Landkreis, vertreten durch Landrat Manfred Ostermann und die Erste Kreisrätin Helma Spöring, dass der gemeinsame Schritt ins Technologiezeitalter nun auch an den Schulen gelungen sei.

Von Walsroder Zeitung


Schritt ins neue Zeitalter: Schulleiter und Lehrer, Landrat und Erste Kreisrätin sowie Geschäftsführer und Mitarbeiter der beteiligten IT-Unternehmen stellten am Gymnasium Walsrode den Portalserver Iserv vor. Foto: Walsroder Zeitung

Walsrode (rh). Internet und Computer – wer geglaubt hat, dass in Zeiten von Facebook die Arbeit mit dem Internet auch an den Schulen längst Alltag geworden sei, sah sich lange getäuscht. Das virtuelle Leben tobte draußen, an den Schulen fand „die Neuzeit“ so gut wie gar nicht statt. Das ist jetzt vorbei – dank Iserv: Anfang März waren Mitarbeiter des Landkreises am Gymnasium und installierten das neue Informationssystem, das den Schulalltag zwar nicht revolutionieren, aber auf jeden Fall stark vereinfachen wird. Iserv ist ein Schulserver, der vielerlei Möglichkeiten bietet, den Austausch zwischen allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft zu verbessern und mehr Möglichkeiten zum eigenverantwortlichen Lernen zur Verfügung stellt.

Alle Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler verfügen über einen eigenen Account, auf den von allen Geräten – also von Computern zu Hause, Tablets oder Handys – zugegriffen werden kann. Auch für Eltern soll ein Zugang ermöglicht werden. Dabei stehen Dienste wie E-Mail, Foren, Datenaustausch, Kalender, Vertretungsplan, Klausurenplan und einiges mehr zur Verfügung. So können Arbeitsblätter, Stundenergebnisse, Materialien oder Hausaufgaben hochgeladen und dann von zu Hause abgerufen werden. „Mit Iserv stehen viele praktische Möglichkeiten zur Verfügung, um die Kommunikation im Schulalltag zu erleichtern und um das selbstständige Lernen sowie die Medienkompetenz zu fördern“, so Johannes Klapper. Iserv ist ein großer Schulserver, der eine neue, flexiblere und individuellere Art des Lehrens und Lernens ermöglicht – jahrgangs- und fächerübergreifend, unabhängig von örtlichen Gegebenheiten und dem in der Schule üblichen Zeitraster. Der Zugriff erfolgt plattformunabhängig mittels eines gewöhnlichen Internet-Browsers über eine leicht bedienbare Weboberfläche.

Jeder Benutzer von Iserv ist unter einer eigenen E-MailAdresse weltweit erreichbar, kann auf Iserv seine persönlichen Adressen, Termine und Dateien verwalten, sich in öffentlichen Diskussionsforen und Chaträumen mit Gleichgesinnten über schulische und außerschulische Themen austauschen, im Internet für den Unterricht recherchieren und selbst Informationen auf seiner privaten Homepage veröffentlichen.

Unabhängig von sozialen Netzwerken wie Facebook oder von E-Mails sei es jetzt möglich, sich auf einer gemeinsamen Kommunaktionsplattform zu verständigen, erläuterte Johannes Klapper. Als Lehrer werde er diese Möglichkeiten intensiv nutzen, „ich kann den Schülern Texte, Links, andere Hinweise und Infos schicken“. Landrat Manferd Ostermann erinnerte sich an die Vergangenheit, an eine „sehr unterschiedliche elektronische Landschaft an den Landkreis-Schulen“. Das Dilemma sei gewesen, dass der Landkreis immer und überrall zuständig sein sollte, „wenn etwas kaputt ging. Da haben wir beschlossen, das Thema an uns zu ziehen und die elektronische Ausstattung auf eine gemeinsame Basis zu stellen“. 55.000 Euro für den Portalserver und jährlich 12.000 Euro für die Wartung gibt der Landkreis für Iserv aus. Weitere rund 200.000 Euro sind für Hardware-Anschaffungen und Lizenzgebühren vorgesehen.

Walsroder Zeitung, 16.05.2014