Gaußschule ist jetzt Medienprofilschule

Verein N 21 zeichnete Braunschweiger Gymnasium aus – Ein Dankeschön an die vielen Förderer

Förderer des Projekts Medienprofilschule bekamen gestern in der Gaußschule ein großes Dankeschön. Foto: Rudolf Flentje

Dieter Schäfer

Das Gymnasium Gaußschule am Löwenwall gehört zu den Schulen mit der aufwändigsten Computer-Ausstattung. Mehr als 100 000 Euro haben der niedersachsenweite Verein N 21, die Stadt sowie mehrere Sponsoren in die neue Technik der Schule investiert. Gestern wurde das Gymnasium mit dem Titel "Medienprofilschule" ausgezeichnet.

"Medienbildung ist das Mittel, um Bildung zu den Schülern zu transportieren", versicherte Schulleiter Gernot Tartsch. "Die neue Technik erfüllt keinen Selbstzweck." Der vor fünf Jahren in Hannover gegründete Verein N 21 (Niedersachsen im 21. Jahrhundert) hat 48 Millionen Euro vom Land Niedersachsen, Kommunen und Wirtschaft zusammengetragen, um die Ausstattung von Schulen mit neuer Technik zu fördern.

"Das Geld hat der Verein nicht mit der Gießkanne verteilt", betonte die Medienbeauftragte der Gaußschule, Studienrätin Ira Diethelm. Hätte N 21 das Geld auf alle Schulen gleichmäßig verteilt, wäre möglicherweise viel für überflüssige Anschaffungen oder laufende Projekte ausgegeben worden. Um Geld von N 21 zu bekommen, musste jeder Bewerber ein detailliertes Konzept schreiben. Das Konzept der Schule am Löwenwall zur Integrativen Medienpädagogik überzeugte. N21 überwies der Schule 25 000 Euro, die Stadt legte 25 000 Euro drauf. Dazu kam Geld weiterer Sponsoren, spendabel waren auch die Landesversicherungsanstalt für Arbeiter (LVA), die Firma Siemens, der Verein ehemaliger Gaußschüler sowie der Elternverein der Schule. Das Gymnasium hat rund 1000 Schüler.

Die Medienausstattung kann sich sehen lassen: 49 miteinander vernetzte Schüler-Computer sowie ein Computer für den Lehrer stehen zur Verfügung. Als technisches Wunderwerk gilt das Smartboard. Der an einer Wand hängende Flachbildschirm ermöglicht das Textschreiben und Korrigieren mit dem Finger. Die Technik IServ verbindet das System der Schule mit den Systemen der Schüler zu Hause.

Hausaufgaben werden in das System IServ geschrieben, der Schüler ruft den Text zu Hause ab. Auch kann der Lehrer mit dem Schüler elektronisch diskutieren. IServ ist ein Braunschweiger Produkt, das durchaus bundesweit an Bedeutung gewinnen könnte.

Weitere Medienprofilschulen in Braunschweig sind die Grundschule Bebelhof und das Gymnasium Hoffmann-von-Fallersleben-Schule.

Braunschweiger Zeitung, 14.01.2006