Der Portalserver IServ für Schulen

Portale kennen wir als repräsentativ gestaltete Eingänge. Sie laden ein, sie leiten uns. Im Bereich der Neuen Medien eröffnet ein Portal einen gemeinsamen zentralen und personalisierten Zugang, über den man auf individuell zugeschnittene, welt- oder unternehmensöffentliche, gruppenbezogene und persönliche Daten von jeder Stelle aus differenziert zugreifen kann, auf Kommunikation, Information und weitere Dienste.

Eine Lösung, die besonders für Schulen interessant sein könnte! Denn ist nicht Öffnung von Schule eines der zentralen Themen, das die aktuelle pädagogische Diskussion beherrscht? Können nicht gerade der Ganztagsbetrieb, die notwendige Binnendifferenzierung, der Unterricht über den Tageskanon hinaus von modernen IT-Systemen profitieren? Sie können! Eine inzwischen seit Jahren in der täglichen Praxis bewährte Netzwerklösung aus Niedersachsen überzeugt mehr und mehr Pädagogen und Schulträger. Auch nach Jahren des Erfolgs als Bundespreisträger Jugend forscht sowie Besprechungen in Presse und TV hat der Portalserver IServ seinen innovativen Projektcharakter erhalten und wird ständig weiterentwickelt. IServ überzeugte bei seiner Vorstellung auf der zentralen Tagung Netzwerkstatt für Schulträger - Übertragbare Netzwerklösungen in Schulen von ITworks im November 2004.

IServ war von Anfang an auf schulische Anforderungen zugeschnitten und wird ausschließlich an Wünschen von Menschen, die in Schule arbeiten, ausgerichtet. Das Medium IServ in Verbindung mit dem Internet ermöglicht eine individuelle Gestaltung von Lernprozessen hinsichtlich Phantasien, Ideen, Tempo und der Präsentation von Zwischen- und Endergebnissen. Einem Schulportal gleich steht er am Eingang einer Schule und stellt das Bindeglied zwischen Unterricht, häuslicher Arbeit und Öffentlichkeit her. Seine zahlreichen Dienste stehen sowohl in der Schule als auch über das Internet an jedem internetfähigen Rechner zur Verfügung. Er kann damit die Trennung von Schule und häuslicher Arbeit aufheben. Schüler wie Lehrer, die mit ihm arbeiten, möchten inzwischen nicht mehr darauf verzichten, auf ihre Dokumente jederzeit und an jedem internetfähigen Ort zugreifen zu können. Sie haben erfahren, wie komfortabel es ist, integriert in einer Oberfläche mittels E-Mail schnell, komfortabel, geschützt und schulbezogen zu kommunizieren und auch außerhalb der Schule auf wichtige Informationen zugreifen zu können. Selbstverständlich sind persönliche und bestimmte Inhalte nur nach persönlicher Anmeldung zugänglich - differenziert nach Person und Gruppenzugehörigkeit.

Dabei werden von Lehrern, Schülern und ggf. Eltern nicht viel mehr Kenntnisse und Fertigkeiten verlangt, als Basisqualifikationen im Umgang mit PC und Software schon mitbringen. Die übersichtliche Oberfläche, der IDesk, die mit einem beliebigen Browser (Firefox, Internet Explorer, etc.) darstellbar ist, lenkt den Schüler, den Lehrer wie den Administrator leicht zu den gewünschten Anwendungen.

Hier liegt vermutlich auch der Schlüssel für den Erfolg in kleinen Grundschulen wie großen Gymnasien: die Darstellung im Browser spiegelt die logische Struktur wider und schafft den Einsteigern schnelle Erfolgserlebnisse. So werden z. B. in Braunschweiger Grundschulen wie selbstverständlich in kürzester Zeit Zweitklässler mit der E-Mail-Kommunikation vertraut gemacht und schreiben stolz kurze Nachrichten an Mitschüler und Freunde in aller Welt. In großen Gymnasien wiederum dienen die öffentlichen, die Klassen- und die Kursforen effektiv der Unterrichtsorganisation und Absprache untereinander - in der Schule wie am häuslichen Arbeitsplatz. Die Funktionalität ist für Anfänger selbsterklärend und erschließt sich nach nur kurzer Einarbeitung. Auch Lehrerinnen und Lehrer, die den Neuen Medien noch skeptisch bis abwartend gegenüber stehen, überwinden schnell ihre Hürden.

Über den integrierten IDesk stehen u. a. dem eingetragenen Benutzer folgende Dienste zur Verfügung:

  • eine eigene persönliche weltweite E-Mail-Adresse mit Schulnamen,
  • Verwaltung aller Dateien, persönlichen Adressen und Termine,
  • Austausch in schulöffentlichen Diskussionsforen und geschützten Chaträumen über schulische und außerschulische Themen,
  • vom Lehrer gesteuerte und durch Filter abgesicherte Recherche im Internet für den Unterricht,
  • Veröffentlichung von Informationen auf der eigenen persönlichen Homepage auf IServ unter http://benutzername.schulname.de/ und Informationen von Gruppen, z. B. Klassen, auf den Gruppenhomepages unter http://gruppenname.schulname.de/
  • IServ bietet außerdem geschützte Bereiche für Gruppen, wie Klassen, Kurse oder Arbeitsgemeinschaften, in denen sie sich absprechen, Daten austauschen und schließlich ihre Ergebnisse veröffentlichen können.

Der Administrator besitzt ebenfalls über die Oberfläche im Browser eine sehr komfortable Benutzer-, Gruppen und Forenverwaltung, hat alle PCs im Netz unter Kontrolle, kann alle Drucker verwalten und über ein PrePaid-System die Druckkosten optimal in den Griff bekommen, den Speicherplatz begrenzen, den Internetfilter ergänzen und auf Wunsch ausschalten, usw. Die Admins sind von schwieriger Administration entlastet, weil integrierte Viren- und Spamfilter selbständig arbeiten und regelmäßig automatisch aktualisiert werden. Außerdem wird das gesamte System fortlaufend ohne eigenes Zutun mit Updates versorgt, so das jeder IServ ständig auf dem neuesten Stand ist, ohne dass aufwändige Updateprozeduren ausgeführt werden müssen. Eine Kurzübersicht aller Möglichkeiten findet sich unter https://iserv-bs.de/portal/features.shtml

Im lokalen Schulnetz ersetzt IServ einen vollwertigen Intranetserver, z. B. einen Windows-Server. PCs mit Windows 98, ME, 2000 oder XP werden von ihm völlig problemlos mit allen notwendigen Diensten versorgt. Kosten durch Serverlizenzen und Zugriffslizenzen entstehen nicht. Schulen wird zudem empfohlen, für ihre oft gesponserten PCs auf das Angebot Fresh Start for Donated Computers zurückzugreifen, das ihnen ermöglicht, kostenlose Lizenzen für Windows 2000-Clients auf diesen Rechnern zu installieren. (http://www.microsoft.com/germany/ms/wissenswert/freshstart.mspx). In dieser Kombination erhalten Schulen auch mit sehr kleinem Budget eine vollwertige Ausstattung vernetzter Computer.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um in den Genuss des Servers an der eigenen Schule zu kommen? Zunächst einmal sollte der Schulträger über die Absicht informiert werden. Er kann auch beantworten, ob der notwendige kostenlose T@School-Anschluss TDSL-fähig ist. Der Server selbst stellt an die Hardware nur wenige Anforderungen: die Einsteigerlösung besteht aus einem normaler Standard-PC, dem man etwas mehr Arbeitsspeicher spendieren sollte (256 MB, mehr erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit). Neu ist so ein Gerät für unter 1.000 EUR zu erwerben. Die einmalige Lizenz von IServ kostet 210 EUR und ist aus jedem Schulhaushalt zu bestreiten. Näheres findet man ausführlich unter http://iserv-bs.de/portal/. Unverzichtbar ist zudem die Anmeldung bei einem DynDNS- und Namensdienst wie z. B. Selfhost (http://selfhost.de/). Dabei entstehen jährliche Kosten von ca. 18 Euro. Darin ist auch die Registrierung einer so genannten Wunsch-Domain enthalten, also z. B. http://iserv.hvf-bs.net/ der Hoffmann-von-Fallersleben Schule oder http://gs-buerger.de/ der Grundschule Bürgerstraße in Braunschweig, über die die Server von überall erreichbar sind.

Weil das Projekt Portsalserver IServ aus der Schule heraus entstanden ist, hat es auch nicht mit den Problemen zu kämpfen, die kommerzielle Lösungen aus dem industriellen Bereich zwangsläufig mitbringen würden - von den unbezahlbaren Kosten einer in der Software-Industrie entstandenen Lösung einmal abgesehen. IServ bleibt auch nach der Installation aktuell. Über das Supportforum des Medienzentrums der Stadt Braunschweig, in das sich jeder Interessierte eintragen lassen kann (E-Mail an juergen.schuppe@mzbs.de), kann man unmittelbar Hilfe bekommen, sind zahlreiche Fragen schon ausführlich beantwortet worden, diskutieren Lehrerinnen und Lehrer über Neuerungen und mögliche weitere Erleichterungen, können Anregungen gegeben werden, die das Entwicklerteam aufnimmt, u. v. m.

Heute arbeiten neben der Entwicklergruppe von Braunschweiger Informatikstudenten immer mehr Pädagogen an der Weiterentwicklung mit (http://iserv-bs.de/). So sind Module entstanden, die die Lehrer vor Ort zunehmend von schwieriger Administration entlasten. Z. B. kann heute sehr komfortabel und mit wenigen Schritten einzelnen Schülern, Rechnern oder ganzen Räumen der Zugriff auf das Internet unmittelbar ermöglicht oder gesperrt werden, lassen sich ganze Klassen in wenigen Minuten einrichten oder versetzen, kann auf die Schüler- und Lehrerbibliothek von zuhause aus zugriffen werden, lässt sich die gesamte Hardware übersichtlich verwalten, etc.

Die anwesenden Vertreter der Schulträger auf der ITworks-Tagung in Bonn zeigten sich jedenfalls fasziniert und sehr interessiert an dieser Lösung. Denn sie kann sofort eingesetzt werden, erfordert nur relativ wenig Schulung auf Seiten der Pädagogen und der Kommune und ist in bestehende Systeme integrierbar. Die Stadt Osnabrück hat die strategische Entscheidung getroffen, alle Schulen mit IServ auszustatten und über das Medienzentrum professionell zu betreuen. Die in Bonn vorgestellte Osnabrücker Lösung überzeugte durch umfassende Leistungen bei sehr geringen Gesamtkosten. In einigen Schulen wurde bereits die Benutzerverwaltung mit bestehenden Windows-Servern synchronisiert, so dass zunächst niemand etwas von der Umstellung mitbekommen hat, sich aber bald über die vielen neuen Dienste freuen konnte.

Zusammengefasst finden Sie einige Dokumentationen über folgende Adresse: http://doku.mzbs.de/

Schulverwaltungsblatt, 1/2005
it freundlicher Genehmigung: Jürgen Schuppe