Pausenhalle wird Intranet-Cafe

Schüler sollen in der Nibelungen-Realschule mit Laptops in allen Fächern lernen

Petra Sandhagen

Vorgeschmack auf die Laptop-Klasse: (von links) Lehrer Ingelore Muhi, Sonja Masbaum und Ulf Blanke sowie die Fünftklässler Tobias Baron (vorne) und Jeanette Mangold. Foto: David Taylor

"Notebooks raus und einschalten", heißt es bald in der Nibelungen-Realschule. Nach den Sommerferien startet dort eine Laptop-Klasse, in der jeder Schüler sein eigenes Notebook in allen Unterrichtsfächern nutzt. "In Braunschweig kenne ich bisher kein vergleichbares Projekt", so Schulleiterin Ingelore Muhi.

Denkbar sei die Laptop-Klasse für einen 5., 6. oder 7. Jahrgang, erläutert Muhi. Bei den Anmeldungen, die heute beginnen, sollen die Elternwünsche notiert werden. Muhi: "Wir beginnen mit dem Jahrgang, in dem am meisten Interesse besteht."

Lehrer Ulf Blanke hat die Idee einer Laptop-Klasse von der Bildungsmesse "Didacta" in Köln im Februar mitgebracht. "Zunächst war ich skeptisch und dachte, dass die Ressourcen an anderer Stelle vielleicht besser eingesetzt wären", gibt Blanke zu. Dann habe er sich von Vorträgen neugierig machen lassen. "Modellprojekte haben qualitativ bessere Lernerfolge bei Schülern ergeben."

Recherchen über "IServ"

Das Konzept sieht vor, dass das Notebook in jedem Unterricht eingesetzt wird. "In Mathematik können Diagramme gezeichnet und Gesetzmäßigkeiten entdeckt werden", nennt Ingelore Muhi als Beispiel. Für den Deutsch- und Englischunterricht plant Sonja Masbaum den Laptop zur Textüberarbeitung ein.

"Wir nutzen Office-Programme, spezielle Lernsoftware benötigen wir kaum", sagt Blanke. Recherchen sollen über den geschützten Internet-Zugang "IServ", der Schulen vernetzt, laufen. Die Lehrer haben dabei die Möglichkeit, das Internet für Schüler freizuschalten oder zu begrenzen. Unerwünschte Seiten können ganz herausgefiltert werden, betont Projektleiter Blanke.

Ziel des Projekts sei es, den Schülern das Lernen als Technik beizubringen, erläutert Blanke. Langfristig sei auf diese Weise möglich, dass nicht alle Jugendlichen zeitgleich den gleichen Stoff pauken müssten, individuelles, eigenverantwortliches Lernen werde angestrebt. Zudem sollen die Schüler die Kompetenz entwickeln, Informationen zu recherchieren und zu prüfen sowie sie aufzubereiten und zu präsentieren.

Im Unterschied zu Computerräumen, die nur zu fest vergebenen Zeiten genutzt werden könnten, sei das Notebook jederzeit einsetzbar, beschreibt Ingelore Muhi die geplante Arbeitsweise. Dafür müsse jeder Schüler einen eigenen Laptop besitzen. Blanke: "Das ist die Hürde. Eltern müssen das Notebook kaufen."

Geräte sind versichert

Rund 1000 Euro betragen laut Projektleiter die Kosten dafür. Ratenzahlung und Sammelbestellung sowie ein Sozialfonds seien geplant. Die Computer sind gegen Zerstörung und Diebstahl versichert. Infos: (0531) 23 01 40 und im Internet unter www.notebook.rsnibelungen.de.

Braunschweiger Zeitung, 26.05.2004