Nach Krakau aus der Pausenhalle

Albert-Schweitzer-Schüler mit eigenem Intranet - Projekt an bundesweit 25 Schulen - Selbstständigkeit fördern

Katja Mortzfeld

GIFHORN. Vor der ersten Stunde schnell mal mit Freunden in Krakau chatten, in der Pause die Sorgen im virtuellen Kummerkasten loswerden, nach dem Unterricht im Internet Informatives für das Referat suchen. Alles kein Problem für die Albert-Schweitzer-Schüler, denn von vier Computern aus, die in der Pausenhalle frei zugänglich stehen, kann sich jetzt jeder in das schuleigene Intranet einwählen.

"IServ" ist der Name des Programms, das die Albert-Schweitzer-Schule für ihr Intranet verwendet. Schüler der Braunschweiger Hoffmann-von-Fallersleben-Schule hatten es im Rahmen von "Jugend forscht" entwickelt. Nur 25 Schulen sind bundesweit beim "IServ"-Projekt dabei. Seit einem Jahr arbeitet die Grund- und Hauptschule zwar schon mit dem nützlichen Programm, bislang fristeten die Rechner aber eher ein trost- und zugangsloses Dasein im oft abgeschlossenen Computerraum. Nun stehen sie frei zugänglich in der Pausenhalle.

"Jeder Schüler hat ein Passwort, eine eigene Mailadresse und eine eigene Homepage", berichtet Projektlehrer Arne Kleemann stolz. Der gelernte Kommunikationselektroniker hat viel Grips, Zeit und Muskelkraft in die Installation des System gesteckt. Begeistert mit von der Partie waren oft bis spät abends auch die Schüler Torben Folgner und René Häusler. Torben hat das ganze "Kabelziehen" so viel Spaß gemacht, dass sein Berufswunsch "etwas mit Computern" zu machen, feststeht.

Unter www.ass-gf.de können sich aber auch Lehrer oder Eltern einwählen, sich wie die Schüler an nach Gruppen sortierten Chats und Foren beteiligen, Adressen und Termine verwalten oder Fotos von Fahrten anschauen. Wichtig für Kleemann: Der Internetzugang ist zeitlich limitiert und ebenso wie Chats und Foren kontrolliert. "Die Schüler wissen das, halten sich selbst zu Disziplin und gutem Umgangston an."

Die Rechner in der Pausenhalle sollen nur der Anfang sein, Ziel sei es, bis zum nächsten Jahr alle Klassenräume zu vernetzen. Kleemann wird wieder mit anfassen, die Schüler auch. Was sie aber noch brauchen, sind brauchbare Rechner. "Wir freuen uns über jede Spende."

Gifhorner Zeitung, 12.03.2004